Label KlimaHotel


Anlässlich der Klimahouse 09 in Bozen stellte die KlimaHaus Agentur das neue Label „KlimaHotel“ vor. Es handelt sich hierbei um ein neues Gütesiegel für nachhaltige Hotels und touristische Einrichtungen.
Durch die wachsende Zahl von Menschen, die Nachhaltigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden nicht nur in den eignen vier Wänden garantiert haben möchten, sondern auch währende ihrer Freizeitgestaltung, hat man die Notwendigkeit erkannt ein neues Gütesiegel einzuführen.

Das KlimaHotel Gütesiegel gibt den Investoren bereits in der Planung eine Orientierung für die Leistungsziele eines Gebäudes, die bei der Fertigstellung erreicht werden sollen. Gleichzeitig hilft es, den Energieverbrauch und die Kosten in der Nutzungsphase zu reduzieren. Die Auszeichnung ermöglicht dem Unternehmen den Gästen die Qualitätskriterien und den praktizierten Umwelt- und Klimaschutz glaubwürdig zu vermitteln.

Das neue Gütesiegel wird in den nächsten Monaten an zwei Pilotprojekten getestet.

Bewertungsbereich ´Natur´ (50 KlimaHotel-Punkte)

In dieser Kategorie werden die Leistungen des Betriebes  im Bereich  Klima(schutz) geprüft, vor allem im Bezug auf die Energieeffizienz  der Gebäudehülle und die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes  nach KlimaHaus Standard B (Bewertungselement ´Energie´), sowie hinsichtlich der Umweltverträglichkeit der  verwendeten  Baumaterialien nach KlimaHausStandard ´nature´ (Bewertungselement ´Materie´). Zudem werden, im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes, im Bewertungsbereich ´Ressourcen´  der Umgang des Betriebes  mit den Ressourcen ´Wasser´ und ´Erde´ beurteilt. 
Bei ´Erde´ handelt es sich in diesem Zusammenhang um materielle Stoffflüsse – bewertet werden hierbei beispielsweise das Verursachen sowie das Entsorgen von Abfällen.  Auch die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele im Bereich „Verkehr und der Mobilität“  für Gäste und Mitarbeiter des Betriebes spielen eine Rolle, wie etwa die Erreichbarkeit des Hotels mit öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Bewertungsbereich ´Leben´ (30 KlimaHotel-Punkte)

Im Fokus dieser Kategorie steht die Handhabung des Betriebes bezüglich der Förderung des ´Wohlbefindens´ des  Gastes (Bewertungselement  ´Mensch´), und zwar mittels der Bewertung des Komforts, der Barrierefreiheit und der gebotenen Sicherheit in allen Lebenslagen. Das Bewertungselement `Umwelt´ hingegen testet die Qualität des Innen- und Lebensraumes, sowie der  Landschaft – Merkmale, die allgemein das Wohlbefinden des Gastes positiv beeinflussen.
Das Bewertungskriterium ´Kultur´ befasst sich mit den entsprechenden Maßnahmen zur Stärkung der Authentizität und der Verwendung lokaler Produkte, sowie mit der Einbindung  und Vermittlung lokaler Traditionen und Kultur. Bei diesem Anstoß zur Nutzung lokaler Ressourcen kommt das Schlagwort Re-Regionalisierung“  zum Tragen.  Ein weiteres wichtiges Bewertungselement stellt der Innovationsgrad dar, der sich an verschiedenen Indikatoren orientiert.
Bespiele sind das Vermeiden von  kurzfristigen saisonalen Spitzen aufgrund eines auf spezifische Zielgruppen ausgerichteten Angebotes, oder die Sensibilisierung  und  Kommunikation von Nachhaltigkeitszielen, die mittels der KlimaHotelzertifizierung  erlangt wurden.

Bewertungsbereich ´Transparenz´ (20 KlimaHotel-Punkte)

Was beeinflusst die Nachhaltigkeit von Investitionen in einem Hotelbetrieb?  Die Antwort lautet ´Kosten´ und ´Qualität´. Der Kriterienkatalog  ´Transparenz´ zielt in beiden Bewertungsbereichen auf eine umfassende  Datenerhebung anhand der  aufgestellten  Kriterien ab, die den Bauherren als nützliche Planungshilfe dienen kann. Wichtig: Inhalt der Bewertung ist die Auseinandersetzung mit den Kriterien und nicht das individuelle ökonomische Ergebnis des einzelnen Betriebes.
Zum einen soll die Auseinandersetzung des Hoteliers/Bauherren/Investors  mit dem aufgestellten Fragenkatalog  diesem Auskunft über die   „direkte“  Nachhaltigkeit der eingesetzten Mittel geben. So geht es bei den Bewertungselementen ´Konstruktion´ und ´Unterhalt´ um die  Kontrolle  und Transparenz der Investitionskosten und die anschließende Datensicherheit und um die Beurteilung der Betriebskosten schon in der Planungsphase.
Zum anderen werden aber auch indirekte Faktoren abgehandelt, wie beispielsweise Fragen  nach der  Langlebigkeit der Konstruktion oder  nach der  Organisation der  geplanten betriebsinternen  Abläufe (Bewertungselemente ´Langlebigkeit´ und ´Prozesse´).

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